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Firmengeschichte

Stiegeler das Bettenhaus am Augustinerplatz in Freiburg ist über 100 Jahre alt.

Gründung

1902 gründete Gottfried Stiegeler mit seiner Frau Rosa das Textilgeschäft mit Damenschneiderei, damals noch im Stadtteil Neuburg in der Eckerstraße.

Gleich nach der Jahrhundertwende war dies gewesen, als Gottfried Stiegeler aus dem Hotzenwald nach Freiburg übersiedelte und sich selbständig machte. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges und bis zur Inflation entwickelte sich das Unternehmen stetig, Näherinnen wurden beschäftigt und Reisende waren über Land unterwegs, um die Kunden zu bedienen. Schon damals wurden neben Kleiderstoffen auch Heimtextilien, Inletts, Bettdamast, Bettfedern und Wolldecken angeboten.

 

 

Die Reisenden hatten Ihre Musterkoffer und waren mit der Eisenbahn und zu Fuß unterwegs von Ort zu Ort im Schwarzwald und in der Rheinebene. Es war zu jener Zeit aufwendig in die Stadt zu kommen, so daß Reisende den Kontakt zur Kundschaft in Südbaden aufrecht hielten. Immerhin war die Firma in den 30er Jahren so modern, daß sie bereits einen Vertreter mit Motorrad unter Vertrag hatte.

Die schwierige Zeit der Inflation wurde überstanden, intensiv wurde die Entwicklung des Heimtextilsektors vorangetrieben, die Aussteuerwaren nahmen einen stärkeren Raum im Textilsortiment ein. Ein schwerer Rückschlag kam durch den frühen Tod des Firmengründers Gottfried Stiegeler im Jahre 1931 im Alter von 55 Jahren.

 

 

 

 

Weiterentwicklung in der (Vor-)Kriegszeit

Aloisa Stiegeler, das einzige Kind aus der Ehe von Gottfried und Rosa Stiegeler, ehelichte 1932 den Papierkaufmann Franz Beck. Fünf Kinder sind aus dieser Ehe hervorgegangen. Mit dieser Eheschließung begann eine neue Epoche.

Man verlegte den Betrieb aus dem Etagengeschäft in der Eckerstraße in das Gebäude Ecke Rhein- und Eckerstraße, ein für damalige Verhältnisse modernes Geschäftsgebäude mit Schaufenstern und großzügigen Räumen. Heute steht dort das Hotel Atlanta. Das Gebäude mit Grundstück wurde Ende der 30er Jahre erworben. Gegenüber befand sich die Hildaschule, in Friedenszeit eine Volksschule für Mädchen. Auch deshalb wurde eine Papierabteilung mit Schulbedarf dem Hause angegliedert. Zusätzlich kamen noch Süßwaren hinzu, bestehend aus einem sogenannten “Gutselekasten” mit Lakritz und rosafarbenen Bonbons, der vor allem von den Kindern aus der Ehe von Franz und Aloisia Beck frequentiert wurde.

 

Somit mutierte das Reise- und Versandgeschäft zu einem kleinen Kaufhaus. Gleich zu Beginn des Krieges 1939 wurde Franz Beck zur Wehrmacht eingezogen. Er war aktiv beim Rheinübergang 1940 in Breisach dabei und anschließend in Frankreich bei einem Pionierstab stationiert. Das Kriegsende erlebte er in der sogenannten Alpenfestung und kam Mitte 1945 wieder nach Freiburg zurück. Unterdessen wurde der Betrieb von der Witwe des Firmengründers, Frau Rosa Stiegeler, und deren Tochter Aloisia Beck geb. Stiegeler mühsam aufrechterhalten. Geld war nicht mehr die Währung, sondern mehr und mehr wurde wieder zum Tauschhandel zurückgekehrt. Kartoffeln wurden gegen Stoffe und Windeln gegen Gemüse eingetauscht.

 

Bis zur Währungsreform 1948 war dies die einzige Überlebensstrategie für alle die Familie. Bereits 1940 am 10. Mai war Existenz und Leben der Familie und des Betriebes durch die Fehlabwürfe der deutschen Luftwaffe stark gefährdet und die drei Buben mit acht, fünf und drei Jahren entgingen nur knapp den tödlichen Bomben

(vgl. auch Freiburger Bilderbogen, Schillinger Verlag Freiburg, Der 10. Mai 1940).

 

 

 

Wiederaufbau, Umzüge und Wachstum

Das komplette Aus kam dann in der Bombennacht am 27.11.1944 als alles radikal dem Erdboden gleichgemacht wurde – nur das nackte Leben wurde gerettet (vgl auch Film “Bomben auf Freiburg” 2004) . Nach der Evakuierung in St. Märgen begann mühsam ab dem Sommer 1945 wieder das Leben und der Wiederaufbau. 1945 im beschädigten Haus Grünwälderstraße 15. Heute befindet sich an dieser Stelle das Stadtarchiv. 1950 erfolgte der erste Umbau auch in neue Schaufenster wurde investiert. 1954 wurde in der Gerberau 44 eine Filiale eröffnet. Dort wurde eine für damalige Verhältnisse hochmoderne  Bettfedernreinigungsmaschine installier.Ebenso wurde die erste  Matratzenabteilung eröffnet.

 

Im Spätjahr 1959 erfolgte der Umzug aus der Grünwälderstraße in den Kollonadenbau am Kartoffelmarkt. 1964 heirateten der älteste Sohn Gottfried und Edith Herre. Drei Kinder sind aus dieser Ehe hervorgegangen und mittlerweile auch vier Enkelkinder.

 

 

 

 

 

 

Umzug in die Gerberau

1966 wurde mit dem Bruder Albin Beck das Haus Gerberau 4 erworben und nach dem Umbau der Betrieb dorthin verlegt. Seither ist Stiegeler in der Gerberau ansässig. Im Jahr 1973 wurde das Haus  Gerberau 34 erworben. Dieses Gebäude ist eng mit der Geschichte Freiburgs verbunden. So wurde hier durch eine Stiftung von Katharina Eck die Freiburger Medizinische Fakultät gegründet. (siehe: Freiburg und seine Bauten, Peter Kalchthaler, Promo-Verlag, Freiburg). Das Bodenmosaik auf dem Gehweg weist auf die bewegende Geschichte des Gebäudes “Haus zum unteren Pflug” hin.

Einige Jahre später, im Jahr 1978 konnte  das angrenzende Gebäude Gerberau 36 erworben werden. Von 1984 bis 1986 erfolgte nach denkmalschützerischen Vorgaben eine Grundsanierung der Liegenschaft Gerberau 34.

 

Das Ehepaar Edith und Gottfried Beck hat damit die Vorraussetzungen geschaffen dass  Stiegeler, das Bettenhaus am Augustinerplatz mitten in der Freiburger Innenstadt seither eine neue Heimat gefunden hat.

Mit einem Team guter und z.T. langjähriger MitarbeiterInnen entwickelte sich  das Haus zu einem renommierten Fachgeschäft. Hochqualifizierte MitarbeiterInnen beraten deutsche und europäische Schlafsysteme von hoher Qualität.

Heute ist Stiegeler, das Bettenhaus am Augustinerplatz eines der führenden Häuser seiner Branche.

Der Einzugsbereich im “Nahverkehr” umfasst den Regierungsbezirk Südbaden und zusatzlich das benachbarte Ausland.

Mit Henrike Beck ist in der Geschäftsführung bereits die vierte Generation vertreten. Die Ur-Enkelin des Firmengründers ist nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in den USA und in Freiburg seit 1997 in dem Familienunternehmen tätig.

Aufgeschlossen für Innovationen werden Weiterentwicklungen in der Gesundheitsforschung, beispielsweise auf dem Gebiet der Physiotherapie, breiten Raum gegeben. 2012 wird das 110-jährige Jubiläum gefeiert und es sollen noch viele weitere Jahre werden.